Bildbearbeitung in Photomatrix und Lightroom – Tutorial

Februar 2nd, 2010 | Kategorien: Tutorials

Als erstes möchte ich mich bei Paddy und bei www.fotoburschen.de bedanken, die mich gefragt haben, einen Gastbeitrag über das Thema Bildbearbeitung zu schreiben. Natürlich habe ich sofort zugesagt.

Als Equipment nutzte ich meine Canon D400, ein Sigma Weitwinkel 10-20mm, ein Dreibeinstativ und ein Infrarot Fernauslöser. Das Foto wird mit 3 verschieden Belichtungszeiten aufgenommen. Einstellen kann man das über das Kameramenü – Punkt 2 – AEB und dort auf -2/0/+2. Mit Blende 14 und den dortigen Lichtverhältnissen ergab sich eine Belichtungszeit von 1/13, 1/50 und 1/200. Spiegelvorauslösung und Fernauslöser deshalb aus, um eventuelle Erschütterungen zu vermeiden.

Die Bilder lade ich in Lightroom hoch und experimentiere damit ein wenig. So kann schon mal zwischen 10 Minuten und 1 Stunde Zeit pro Bild vergehen, bevor ich mit einem Bild zufrieden bin. Meine Bilder bearbeite ich eher nach Gefühl sowie meiner momentanen Stimmung und nicht nach einem vorgefertigen Konstrukt.

Voraussetzung ist, dass man sich mit den Grundlagen von Photomatrix und Lightroom auskennt. Als Beispiel soll ein Bild von den Bergen im Oberallgäu dienen.

Schritt 1 – Photomatrix

Als Vorlage haben die folgenden 3 Bilder gedient:

Alle 3 Bilder in Photomatrix hochladen, zusammen setzen lassen und per Tone Mapping bearbeiten. Ich arbeite gerne mit dem „Details Enhancer“. Dort habe ich mit den Reglern „Stärke“ und „Farbsättigung“ gearbeitet. Genauso kann man es mit „Weißpunkt“ und den „Schwarzpunkt“ machen. Mit der Farbsättigung und Helligkeit sollte man nach Gefühl arbeiten. Danach „Verarbeiten“ starten und als 16 Bit TIFF Datei abspeichern. Ich wandle die TIFF Datei in eine jpg Datei mit 100% Qualität um. Somit ist der einfachste Part geschafft.

Schritt 2 – Lightroom

In Lightroom gehe ich mit der „Klarheit“ gleich auf 100%. Diesen Tipp habe ich aus dem Buch „Digitale Fotografie“ von Scott Kelby. Man merkt sofort, dass das Bild lebendiger wirkt und man mehr Details erkennen kann. In diesem Fall habe ich noch mit dem Kontrast gespielt. Da ist ein wenig Feintuning gefragt.

Vorteil bei Lightroom, man kann alle vorgenommen Veränderungen sofort sehen und ggf. gleich wieder per Doppelklick auf den Regler zurück zum ursprünglichen Ausgangswert stellen.

Da mir bei diesem Bild die Farben blau und grün zu grell waren, habe ich unter „HSL“ bei den entsprechenden Farbreglern die Werte herunter geregelt.

Mit der Gradikationskurve kann man an den „Lichtern“, „helle/dunkle Farbtöne“ und den „Tiefen“ Einstellungen vornehmen. Bei diesem Bild habe ich aber lediglich die „Tiefen“ abgeändert. Was das ganze Bild noch einen Tick realistischer machte.

Zum Schluss kommt die Schärfe. Mit diesem Regler ist aber Vorsicht geboten. Zuviel Schärfe und man hat eckige Abstufungen auf dem Bild, bei den unterschiedlichen Objekten/Motiven. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn man die Bilder im Fotolabor entwickeln läßt. Diese leidige Erfahrung habe ich schon machen dürfen.

In der Großansicht des Bildes habe ich noch ein paar Staubflecken entdecken können, die wohl auf meiner Linse oder Spiegel waren.

Diese zu entfernen ist mit Photoshop kein Problem. Bild in Photoshop hochladen, Bereichsreparatur Pinsel Werkzeug in euer Werkzeugleiste anklicken, die Pinselgröße auswählen und einfach auf den Fleck klicken. Somit ist der nicht mehr sichtbar. Wichtig, die Größe des Bereichsreparatur Pinsel so auswählen, dass er minimal größer als der eigentliche Fleck ist.

In meinem Fall habe ich einen schwarzen Hintergrund gewählt, der in der Höhe um 80 pixel größer ist, als das eigentliche Bild. Das Bild dann als zweite Ebene auf den schwarzen Hintergrund gesetzt und somit den schwarzen Balken oben und unten erhalten. Bild abspeichern und fertig!

Resultat

Mein Fazit:

Dieses Tutorial soll einem nur ein einfaches Beispiel vorzeigen, was jeder nachstellen kann. Natürlich sind nicht alle Bilder so einfach zu bearbeiten gewesen und ich habe sicher an einigen Bildern eine Stunde und länger dran gesessen.

Es ist alles kein Hexenwerk und man kann an diesem Beispiel sehen, das man mit ein paar einfachen Schritten ein ansprechendes Ergebnis erreichen kann. Meiner Meinung nach sollte man in der Bildbearbeitung einfach experimentieren. Mit den heutigen Grafikprogrammen ist das um einiges einfacher als noch vor ein paar Jahren.

Irgendwann findet man seinen ganz persönlichen Stil.

Frohes Neues Jahr, gutes Licht und viel Spaß beim Fotografieren.

Michael Wünsche

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