Geisterstädte fotografieren…

November 18th, 2009 | Kategorien: Allgemein

Wer schon immer mal Interesse hatte verlassene Geisterstädte zu fotografieren, für den habe ich heute eine interessante Seite gefunden. Auf zehn.de kann man die Top Zehn der Geisterstädte, inklusive einer kurzen Beschreibung und ein paar Fotos, finden.

Den Anfang macht hier Pripyat – Ukraine. Eine Stadt nahe von Tschernobyl, wo die Kernreaktor Katastrophe 1986 passiert ist. Sage und schreibe 50.000 Menschen mussten damals innerhalb weniger Tage die Stadt verlassen. Heute kommen wieder einige Menschen zurück in den Teil der Stadt, der als unbedenklich gilt. Wenn man das überhaupt so sagen darf. Ich wäre da wohl etwas vorsichtiger. Denn die Halbwertzeit des künstlich erzeugbaren fünftlanglebigsten Isotop 233U von Uran beträgt max. 68,9 Jahren. 238U hat sogar eine Halbwertszeit von 4,468 Milliarden Jahren. Somit kann das ganze also auch noch etwas dauern.

Gunkanjima – Japan. Einer Bergbaustadt die auf einer Insel lag. Die Insel zählte damals als das dichtbesiedeldste Gebiet aller Zeiten. Die gesamte Infrastruktur fand größtenteils unterirdisch statt. Den Bewohnern sollte es aber an nichts fehlen: Ein Tempel, eine Polizeistation, ein Postamt, eine Kläranlage, eine Turnhalle, eine Kegelbahn, eine Wäscherei, ein Hotel, ein Krankenhaus, Schulen, Kneipen, Geschäfte, ein Kino, eine Badeanstalt und sogar ein Bordell wurden gebaut.

San Zhi – Taiwan. Dort sollte in den 80er Jahren ein Luxuserholungsort für Reiche enstehen. Aber der Bau wurde nie fertig gestellt, nach etlichen schweren Unfällen während der abenteuerlichen Konstruktion. Fehlendes Geld und Bereitschaft versetzte dem ganzen Projekt den Todesstoß. Heute ist das meines Erachtens ein Ort um sich vor allem bei der HDR Fotografie vollends auszutoben. Knallige Farben, Stylische Motive und ein etwas seltsam anmutender Ort. Wenn das mal nix ist.

Centralia – USA. Dort entzündete sich 1962 in den Bergwerksstollen ein gewaltiges Minenfeuer, wahrscheinlich ausgelöst durch ein Feuer auf einer Mülldeponie. Alle Löschversuche scheiterten damals und das Feuer brennt übrigens immer noch und wird es nach Expertenmeinung auch die nächsten 200 Jahre noch tun. Wenn ich dann die Bilder von dort sehe, wo die Strassen einfach aufgebrochen sind und Rauch aufsteigt, dann ist das wirklich beeindruckend.

Ich will damit nur sagen, für uns Fotografen sind solche Lokationen ein gefundenes Fressen. Motive ohne Ende, Bilder die Geschichten erzählen können und beeindruckende Orte die heute kaum noch einer kennt bzw. besucht. Ich für meinen Teil würde gerne mal alle 10 Orte besuchen, obwohl ich mir Pripyat in der Ukraine bis zum Schluss aufheben würde. Wenn schon was leuchten soll im dunkeln, dann will ich es nicht unbedingt sein.

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