Spiegelreflexkamera. Aber welche?

Dezember 2nd, 2010 | Kategorien: Allgemein

Gerade in der Vorweihnachtszeit werde ich immer wieder von Bekannten und Kollegen gefragt, welche DSLR Kamera ich Empfehlen kann und warum. Das lässt sich nicht immer ganz so einfach beantwortet. Paddy aus Hamburg hatte dazu bereits einen sehr interessanten und informativen Artikel auf seinem Blog geschrieben.

Ich kann nur ein kompetentes Urteil über die Canon EOS 400D und EOS 7D fällen. Alle anderen Canon Kameras kenne ich, wenn überhaupt, nur mal vom sehen. Andere Kamera Hersteller muss ich komplett außen vor lassen. Da mich diese eher weniger interessieren. Ich bin zugegeben ein Canon Fan und das wird sich so schnell nicht ändern. Aber man soll niemals nie sagen.

Auf die beiden oben genannten Kamera Modelle kann ich gern näher eingehen, wenn jemand was wissen möchte. In dem Artikel möchte ich aber jetzt nicht die Vorzüge der Kamera hervorheben, sondern euch eher eine Entscheidungshilfe, unabhängig vom Kamera Hersteller und Model geben.

ISO

Achtet beim Kauf darauf, dass eure Kamera in hohen ISO Bereich wie 1600 oder 3200 rauscharme Fotos macht. Bei ISO 6400 habt ihr eh Bildrauschen, dass lässt sich nur schwer vermeiden. Bei ISO Werten zwischen 800- 3200 werdet ihr beim Vergleich mit verschiedenen Kameras extreme Unterschiede feststellen. Meine Canon EOS 7D hat selbst bei ISO 3200 vernachlässigbares Rauschen. Und selbst das bekommt man mit Lightroom 3 ganz gut weg. Daher macht ein paar Testbilder in dunklerer Umgebung. Schaut euch die Schwarzbereiche bei den unterschiedlichen ISO Werten genauer an.

Megapixel

Hohe Megapixel Werte sind meistens nur Schönfärberei der Hersteller und natürlich der Verkäufer. Ich bin heute noch der Meinung das 6 Megapixel vollkommen ausreichend sind. Oder druckst Du jeden Tag Poster aus, die irgendwelche Litfaßsäulen schmücken sollen? Denke eher weniger. Die meisten Nutzer speichern ihre Fotos digital auf der Festplatte, Facebook, Webseite o.ä. ab und dafür sind 6 Megapixel mehr als genug.

Optischer Zoom

Spielt eher bei Bridge und kleinen Digitalkameras eine Rolle. Dabei sollte man auf den optischen Zoom achten. Vergesst den digitalen Zoom. Denn beim Digitalzoom handelt es sich im Gegensatz zu einem Zoomobjektiv um eine auf einem mathematischen Verfahren basierende Ausschnittvergrößerung. Für das zu speichernde Bild wird nur ein Teil der aktiven Bildsensorfläche und somit des optischen Bildfeldes des Objektivs genutzt, wodurch weniger Bildpunkte zur Verfügung stehen. Der Bildausschnitt wird anschließend oft durch die Firmware wieder auf die nominelle Bildauflösung des Bildsensors hochgerechnet, wobei die fehlenden Bildpunkte aus den benachbarten vorhandenen Bildpunkten ermittelt werden müssen (siehe Skalierung (Rastergrafik)). Im einfachsten Fall geschieht dies durch das Kopieren eines benachbarten Bildpunktes. Durch Interpolation mehrerer benachbarter Bildpunkte werden bessere Ergebnisse erzielt, der rechnerische und somit zeitliche Aufwand bei der Berechnung ist jedoch zum Teil erheblich höher. Dies ist auch bei einwandfreier optischer Abbildung des verwendeten Objektivs mit einem Verlust an Auflösung und damit Bildqualität verbunden. Die Bilder wirken bei entsprechend vergrößerter Ansicht unscharf oder sogar gepixelt.

Für die Qualität der Fotos spielen der optische Zoom eine große Rolle. Er verändert den Bildausschnitt durch Variation der Linsenanordnung im Objektiv. Damit wird die Brennweite des Objektivs verändert – nur so entsteht ein scharfes Bild. Ein mindestens dreifach optischer Zoom ist heute Standard.

PS: Sorry, hatte zwar nichts mit der DSLR Kamera zu tun, musste ich aber einfach mal ansprechen.

Objektive

Bei DSLR Kamera nutzt man verschiedene Objektive mit unterschiedlichen oder festen Brennweiten. Diese wiederum bringen unterschiedliche Ergebnisse. Während Paddy eine Festbrennweite empfiehlt, schlage ich für Anfänger eher ein 18-200mm Zoomobjektiv vor. Denn nur so kann der Neueinsteiger lernen was die unterschiedlichen Festbrennweiten für Ergebnisse hervorbringen. Der Spielraum ist somit etwas größer. Man kann diese Objektiv in der Potrait, Architektur, Landschafts-und Sportfotografie anwenden. Bei einer Festbrennweite ist man eher festgelegt und tut sich grad am Anfang etwas schwerer damit.

Ich nenne ein Sigma 10-20mm, Canon 17-85mm und Canon 70-300mm mein Eigen und bin bisher ganz gut damit gefahren. Als nächstes steht ein Canon EF 24-105mm L an. Aber das muss ich mir noch ein wenig zusammen sparen.

Menüführung

Menüs die zu umfangreich sind, machen schnell keinen Spaß mehr. Daher würde ich einem Neueinsteiger eher von einer zu komplexen Kamera wie der Canon EOS 7D abraten. Wie bereits gesagt, hatte ich als erste DSLR Kamera die Canon EOS 400D und die war sehr einfach in der Menüstruktur. Als ich meine 7D das erste mal in den Händen hielt, war ich von der Komplexität erstmal erschrocken. Da brauchte ich ein paar Tage um hinter den ganzen Funktionen zu kommen. Daher ein Tipp, schaut euch das Menü an. Sind die wichtigsten Einstellungen sofort ersichtlich? Wie oft muss man klicken, um die entscheidenden Einstellungen zu finden? Um so einfacher, um so besser für den Anfang. Schließlich will man sich auf das Fotografieren konzentrieren und nicht schon an der Kamera scheitern.

Body (Gehäuse)

Der Body, vergleichbar wie mit einer Frau. Der Body muss sich gut anfühlen, geschmeidig in der Hand liegen und alle Knöpfe griffbereit sein. Viele Kamerahersteller haben kleine Knöpfe integriert, mit denen man die wichtigsten Einstellungen mit einem „klick“ vornehmen kann. Höherwertige Kameramodelle haben ein Magnesiumgehäuse. Der schützt vor Staub und Nässe. Macht sich auf die Dauer bezahlt. Bei so mancher Rallye war ich bereits dankbar dafür.

Informationsquellen

Foto-Zeitschriften, Foren…oh ja die habe ich damals auch alle zu Rate gezogen und war danach noch mehr verunsichert als vorher. Vergesst das einfach! Schaut wer in eurem Bekanntenkreis fotografiert. Fragt, wie zufrieden diejenigen mit der Kamera sind. Wenn ihr die Möglichkeit habt, geht einfach mal zu einem Fotografen-Treffen wie auf Flickr. Dort gibt es für die meisten größeren deutschen Städte eine eigene Gruppe. Dort trefft ihr interessante Menschen, die das selbe Hobby haben und vor allem die unterschiedlichsten Kamera Modelle. Es gibt keine besseren Informationsquellen.

Zubehör

Das wird mit der Zeit erst richtig teuer. Aber keine Angst, ihr braucht das!

Fotorucksack oder Fototasche ist schon selbstverständlich. Es werden dann noch die diversen UV, Pol und Graufilter folgen. Stativ, ganz wichtig. Ein gutes Stativ ist bereits ab 180,-€ zu bekommen. Dazu noch ein gescheiter 3 Wege Neiger oder Kugelkopf. Dann habt ihr die nächsten 10 Jahre (mindestens) Ruhe.

Ein Lenspen, mit dem Hama bin ich sehr zufrieden bin. Der kann euch manchmal den Arsch retten, wenn die Linse mal wieder verstaubt ist.

Müllbeutel. Jetzt wird sich mancher fragen für was das denn? Habt ihr schon mal versucht im Regen zu fotografieren? Oder bei einer Motocross Rallye? Spätestens dann werdet Ihr diese kleinen Plastikbeutel lieben.

Einen Sniper-Strap Kameragurt *. Grad bei längeren Touren unverzichtbar.

Speicherkarten. Ich nutze CF ScanDisk Extrem II bzw. III Karten. Damit habe ich die besten Erfahrungen bisher gemacht. Kauft euch maximal welche mit 8GB. Ich nutze sogar nur 2er und 4er Karten. Das hat den Grund, wenn euch mal ein Karte flöten geht, dann sind nicht gleich ein paar hundert Fotos flöten, sondern nur 200.

Bei allen genannten Zubehör, spart bloß nicht am falschen Ende. Sonst bezahlt ihr zweimal.

Fazit

Soweit meine Tipps. Ich hoffe das ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen konnte. Natürlich könnte man den ein oder anderen Punkt noch ansprechen, in meinen Augen sind das die wichtigsten um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen. Habt Ihr Fragen, dann her damit. Ich freue mich auf euer Feedback.

Wer die unterschiedlichen Spiegelreflexkamera vergleichen will, denn kann ich Idealo empfehlen. Damit kann man sich einen guten Preisüberblick verschaffen.

  1. Dezember 2nd, 2010 at 19:06

    ich dachte, dass du nen plastikbeutel zum drunterlegen benötigst, aber dann kam ich ins stutzen.. hüllst du darin vielleicht deine cam ein?
    lg, kadda

  2. Dezember 2nd, 2010 at 19:11

    Ja. Bei Regen und ganzen feinem Staub macht das Sinn, die Kamera komplett in den Müllbeutel zu verstauen. Das hat sich bisher immer bewährt. Natürlich ein wenig Bastelarbeit vorausgesetzt.

  3. Dezember 2nd, 2010 at 22:31

    Welches Blitzgerät würden Sie einer blutigen Anfängerin denn empfehlen? Ich bin mit meiner heißgeliebten 450d unterwegs und stelle ständig fest, daß ein Blitzgerät wirklich hilfreich wäre. Von Nissin gibt’s sehr günstige mit hoher Leitzahl (aber brauche ich das?), Canon scheint mir persönlich aber solider und liefert möglicherweise auch zuverlässigere Ergebnisse … (Ich hab ja ein Auge auf das Speedlite 430EX II geworfen.)

    Grüße!

  4. Dezember 3rd, 2010 at 07:56

    Ich kann natürlich hier wieder nur das Canon Speedlite 430EX II empfehlen, da ich es selber nutze. Allerdings hab ich es zwar, nutze es leider viel zu selten. Das hat den einfachen Grund, dass ich kaum benötige bei Architektur, Sport oder Landschaftsaufnahmen. Die ja bekanntlich meine Steckenpferde sind.

    Auch sind die Rezessionen zum Canon Speedlite 430EX II immer sehr positiv gewesen. Daher auch meine Kaufentscheidung. Ich denke mit dem Canon Speedlite 430EX II kannst Du nicht viel verkehrt machen.

  5. Dezember 3rd, 2010 at 11:33

    Prima Leitfaden und Entscheidungshilfe für den Kauf… ich stehe zwar gerade glücklicherweise nicht vor einer Entscheidung, bin noch vollkommen zufrieden mit meiner D300s aber es weihnachtet ja sehr und der eine oder andere sucht bestimmt aktuell nach dem richtigen Modell 😉

  6. Dezember 4th, 2010 at 08:18

    Schön zusammen geschrieben. Gefällt mir gut. Besonders folgendes Zitat von dir hat meine Aufmerksamkeit gefunden, wo ich aber dachte, dass es evtl. falsch verstanden werden könnte: „Der Body, vergleichbar wie mit einer Frau. Der Body muss sich gut anfühlen, geschmeidig in der Hand liegen und alle Knöpfe griffbereit sein. “ 🙄 Und dennoch ist die Haptik, als das Anfühlen des Kamera Bodys nicht zu vernachlässigen. Bei mir war das z.B. der finale Entscheidungsgrund für meine S5.

    Was mir noch so als Tipp einfällt, ist am Anfang natürlich die Frage nach dem Budget und dass man dieses nicht nur für den ersten Kauf mit einrechnet, d.h. Kamera Body und Objektiv, sondern evtl. auch für die später folgenden Zubehörteile wie Speicherkarten, Tasche, Software, Stativ, Filter, evtl. auch Jahresgebühren für Foto Internet Plattformen wie flickr.com oder fotocommunity.de, wobei es bei den beiden genannten auch kostenfreie Mitgliedschaften gibt. Nur so am Rande….

    Grüße
    Ivan

  7. Dezember 4th, 2010 at 19:20

    @Ivan
    Naja die Knöppe einer Frau, ist das wieder zu Frauenfeindlich? 😀
    Sollte es aber wirklich nicht sein. Nur ich liebe nun mal meine Kamera fast genauso, wie meine Frau. Daher passte der Vergleich ganz gut.

    Das Budget kann man glaube ich nur proforma bei Kauf fest machen. Die Folgekosten kann man da noch gar nicht einrechnen. Denn man weiß ja da noch nicht was man alles machen will, wo man was veröffentlichen möchte und wieviel Zubehör man wirklich benötigt. Das ist glaube ich ein ganz schwieriges Thema.

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