Manchmal sind es genau die Abende, die man nicht so schnell vergisst. Gestern Abend waren meine Frau und ich im wunderschönen Kurhaus Wiesbaden, um das Gitarrenduo Café del Mundo live zu erleben. Was uns erwartete, war ein ausgesprochen stimmungsvoller Konzertabend mit mehr als zweieinhalb Stunden Musik, voller Leidenschaft und musikalischer Überraschungen.
Zwei Gitarren, unzählige Klangwelten
Schon die besondere Atmosphäre des Kurhauses bot einen wunderbaren Rahmen für diesen Konzertabend. Doch als die beiden Gitarristen Jan Pascal und Alexander Kilian ihre Instrumente erklingen ließen, war schnell klar, dass uns eine musikalische Reise bevorstand, die weit über ein gewöhnliches Gitarrenkonzert hinausgehen sollte.
Die Musik führte uns von den temperamentvollen, südländischen Klängen Spaniens bis hin zu klassischen Einflüssen und modernen Songs. Mal klangen die Gitarren sanft, beinahe verträumt und voller Gefühl, dann wieder feurig, kraftvoll und mit einer unglaublichen Dynamik.
Besonders faszinierend war das Zusammenspiel der beiden Musiker. Sie antworteten sich mit ihren Instrumenten, griffen musikalische Ideen des jeweils anderen auf, forderten sich heraus und fanden doch immer wieder harmonisch zusammen. Man hatte bisweilen das Gefühl, zwei Menschen bei einem lebhaften Gespräch zuzuhören – nur eben ohne Worte, dafür mit umso mehr Emotionen.

Wer steckt hinter Café del Mundo?
Hinter dem Namen Café del Mundo stehen die beiden deutschen Gitarristen Jan Pascal und Alexander Kilian, die sich im Jahr 2007 bei einem Flamenco-Gitarrenworkshop in Buchen im Odenwald kennenlernten. Eine wichtige gemeinsame Inspirationsquelle war die Musik des legendären spanischen Gitarristen Paco de Lucía, der den modernen Flamenco maßgeblich geprägt hat. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine musikalische Partnerschaft, die bis heute von Kreativität und gegenseitiger Inspiration lebt.
Was die beiden besonders macht, ist ihre Unterschiedlichkeit. Gerade diese Gegensätze verleihen ihrer Musik Spannung und Lebendigkeit.
Mehr als zweieinhalb Stunden Musik, die berührt
Was uns an diesem Abend besonders gefallen hat, war die Mischung aus musikalischer Perfektion und spürbarer Spielfreude. Trotz der beeindruckenden technischen Fähigkeiten stand nicht das bloße Vorführen von Können im Mittelpunkt. Vielmehr hatte man den Eindruck, dass die beiden Musiker ihre Leidenschaft für die Gitarre mit dem Publikum teilen wollten.
Es gab diese Momente, in denen die Musik beinahe tänzerisch durch den Saal wirbelte, und andere, in denen die leisen, gefühlvollen Passagen eine ganz besondere Ruhe ausstrahlten. Die spanischen Klänge weckten Bilder von warmen Sommerabenden, während die modernen Interpretationen zeigten, wie vielseitig und zeitlos dieses Instrument sein kann.
Mehr als zweieinhalb Stunden lang gelang es Café del Mundo, diese unterschiedlichen Stimmungen miteinander zu verbinden und das Publikum mitzunehmen. Ein Konzert, das nicht nur die Ohren, sondern auch die Seele ansprach.










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