Drei Tage in Dresden – und plötzlich waren sie wieder da: all die Erinnerungen an meine Kindheit.
Einen großen Teil meiner Schulferien habe ich damals bei meinen Großeltern verbracht. Es waren unbeschwerte Tage, voller kleiner Abenteuer – und rückblickend wohl eine der prägendsten Zeiten meiner Kindheit.
Mein Großvater hatte einen ganz besonderen Beruf: Er war einer von nur drei sogenannten „Holzmalern“ in der ehemaligen Deutsche Demokratische Republik. Mit seinem Handwerk arbeitete er an einigen der bekanntesten Bauwerke Dresdens. Seine Spuren finden sich unter anderem in der Semperoper, der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis (der ehemaligen Hofkirche), im Schloss Eckberg und im Schloss Albrechtsberg, das früher als Pionierpalast bekannt war.
So hat er etwas hinterlassen, das Besucher bis heute bestaunen können.
Ein besonders schönes Beispiel sind die markanten grünen „Marmorsäulen“ in den Vestibülen der Semperoper. Viele halten sie für echten Marmor – tatsächlich sind sie ein beeindruckendes handwerkliches Imitat. Die Säulen bestehen aus Ziegeln und Gips und wurden mit einer speziellen Technik so marmoriert, dass sie täuschend echt wirken.
Auch im Schloss Eckberg lassen sich seine Arbeiten entdecken: feine Goldverzierungen an den Decken, mit unglaublicher Präzision ausgeführt. Und dann ist da noch der Altartisch in der Kathedrale Sanctissimae Trinitatis, auf dem eine Marienfigur im Engelskranz steht. Ein Detail, das für mich eine ganz persönliche Erinnerung trägt: Mein Opa und ich haben diese Figur damals gemeinsam wieder aufgestellt, nachdem seine Arbeit am Altar abgeschlossen war.
Leider waren die Semperoper und die Kathedrale Sanctissimae Trinitatis während meines Besuchs geschlossen – sonst hätte ich euch genau diese Orte auch fotografisch zeigen können.
Aber natürlich war ich in den letzten drei Tagen noch an einigen anderen schönen Orten in Dresden unterwegs. Ein paar Eindrücke davon zeige ich euch jetzt in den folgenden Bildern.











Der Dresdner Zwinger gehört zu den beeindruckendsten Barockbauwerken Deutschlands und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen von Dresden. Die prachtvolle Anlage wurde im frühen 18. Jahrhundert unter Kurfürst August dem Starken errichtet und diente ursprünglich als Orangerie und Festplatz für höfische Feiern. Entworfen wurde der Komplex vom Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann, während der Bildhauer Balthasar Permoser die aufwendigen Skulpturen gestaltete. Heute beherbergt der Zwinger weltberühmte Museen wie die Gemäldegalerie Alte Meister und ist mit seinem markanten Kronentor eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt.





Die Kathedrale Sanctissimae Trinitatis in Dresden – oft noch als Hofkirche bezeichnet – ist die größte katholische Kirche Sachsens. Sie wurde zwischen 1739 und 1755 im Auftrag von Kurfürst August III. von Polen erbaut. Der Entwurf stammt vom italienischen Architekten Gaetano Chiaveri und orientiert sich stark am römischen Barockstil.
Besonders auffällig sind die 78 Heiligenfiguren, die die Balustrade auf dem Dach schmücken. Im Inneren befindet sich zudem die Gruft der Wettiner – hier ist unter anderem das Herz von August dem Starken beigesetzt. Heute ist die Hofkirche die Kathedrale des Bistums Bistum Dresden-Meißen und ein bedeutendes Wahrzeichen der Dresdner Altstadt.


Die Frauenkirche Dresden zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Dresden. Die evangelische Barockkirche wurde zwischen 1726 und 1743 nach den Plänen des Architekten George Bähr erbaut und ist besonders für ihre beeindruckende steinerne Kuppel – die sogenannte „Steinerne Glocke“ – bekannt.
Während der Luftangriffe auf Dresden 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt und stürzte kurz darauf ein. Über Jahrzehnte blieb die Ruine als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung stehen. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung begann der Wiederaufbau, der 2005 feierlich abgeschlossen wurde. Heute ist die Frauenkirche nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein internationales Symbol für Versöhnung und Frieden.






Der Kulturpalast Dresden steht im Herzen der Altstadt von Dresden und wurde 1969 in der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik eröffnet. Das Gebäude gilt als eines der bedeutendsten Beispiele moderner Architektur dieser Epoche. Besonders bekannt ist der große Konzertsaal, in dem heute unter anderem die Dresdner Philharmonie beheimatet ist.
Zwischen 2012 und 2017 wurde der Kulturpalast umfassend umgebaut und modernisiert. Seitdem vereint das Gebäude Konzertsaal, die Zentralbibliothek der Städtische Bibliotheken Dresden sowie das Kabarett Die Herkuleskeule unter einem Dach und ist heute ein lebendiger Ort für Kultur, Musik und Begegnung.



Am letzten Tag ging es für mich noch nach Moritzburg. Auch dort war mein Großvater tätig, aber leider weiß ich nicht mehr, was genau er dort machte.
Nur etwa 15 Kilometer von Dresden entfernt liegt das märchenhafte Schloss Moritzburg. Das barocke Wasserschloss wurde im 18. Jahrhundert unter August dem Starken zu einem prunkvollen Jagd- und Lustschloss ausgebaut. Mit seinen vier runden Türmen spiegelt sich das Schloss eindrucksvoll im umliegenden Schlossteich und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region.
Besonders bekannt wurde Schloss Moritzburg als Drehort des Kultfilms Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Viele Besucher kommen jedes Jahr hierher, um auf den Spuren des Märchens zu wandeln – vor allem in der Winterzeit, wenn das Schloss eine ganz besondere Atmosphäre bekommt.





Alle Fotos mit dem iPhone 17 PRO Max und der Fujifilm x-T30 aufgenommen.
