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Bärenbadalm – Speicher Zillergrund 

Am vorletzten Tag unseres Urlaub im schönen Tirol, sollte es noch einmal eine Wanderung mit ein paar Höhenmetern werden. Wir haben lange überlegt ob wir das den beiden Jungs nochmal antun können. Ihr wisst, dreizehn Jahre jung und wandern, ist nicht immer das wandern die erste Wahl. Egal, da müssen beide durch und am Ende des Tages waren wir uns sicher, die beiden haben es geliebt. Vielleicht ein wenig. Wir auf jeden Fall. Denn es war eine der schönsten Wandertouren und nächstes mal machen wir diese wieder. Dann aber inklusive der Tour am Stausee entlang bis zum sogenannten Klein-Tibet.

Startpunkt war der kleine Parkplatz an der alten Bärenbadalm. Die nur zweihundert Meter von der neu gebauten Bärenbadalm entfernt lag. Dort war bereits am frühen Vormittag der Parkplatz reichlich belegt und an der alten Bärenbadalm noch nicht. Steigt man aus dem Auto, kann man bereits das Ziel sehen. Die Staudamm Mauer vom Speicher Zillergrund. Sieht nicht so weit aus, liegt allerdings 422 Meter höher als unser derzeitige Standort. Es geht direkt über Stock und Stein und das sprichwörtlich.

Um so höher man kommt, um so spektakuläre Aussichten bieten sich einem. Es ist atemberaubend was die Natur schaffen kann. Gefühlt alle paar Meter sind wir stehen geblieben um die Aussicht zu genießen. Diese Ruhe, gefühlt fernab jeder Zivilisation, wenn uns nicht hin und wieder Wanderer begegnet wären.

Auf halber Strecke überquert man die Zufahrtsstraße, Richtung Adlerblick und der Staumauer. Hier kann man das erste mal ein wenig durchatmen und entspannt auf fast ebener Strecke laufen, bevor man wieder die Straße verläßt und es weiter über Stock und Stein geht.

Nach 1 Stunde 20 Minuten und 422 Höhenmeter sind wir am eigentlichem Ziel, der „Einkehr zum Adlerblick“ auf 1900m angekommen. Was eine Aussicht über das Tal, die Berge und dem Stausee. Man kann von dort die komplette Wanderroute mit den Augen zurück verfolgen. Das Wetter war perfekt. Die Sonne schien als hätten wir Sommer und nicht Herbst. All die Jahre hatten wir immer Glück mit dem goldenen Oktober gehabt. Das Restaurant „Einkehr zum Adlerblick“ wurde uns wärmstens wegen dem guten Essen empfohlen und wir wurden nicht enttäuscht. Alles was wir für uns bestellt hatten, war sehr geschmackvoll zubereitet und ließ keine Wünsche offen.

Nach einer Stärkung und Ruhepause ging es für uns einmal über die Staumauer, von der sich auf die Umgebung ein toller Ausblick bot.

Irgendwann kam der Zeitpunkt als wir uns von der schönen Aussicht trennen mussten und den Rückweg antraten. Wir haben überlegt ob wir den gleichen Weg zurück laufen, entschieden uns aber der Straße zu folgen. Was einfacher zu laufen für alle war und andere Perspektiven der Aussicht bot. Am Ende war der Rückweg zwar länger als der Hinweg, aber so liefen wir dicht an der Staumauer vorbei und durch einen langen Tunnel, der für den Autoverkehr in den Fels geschlagen wurde, den wir so nicht gesehen hätten.

Wie ich bereits erwähnt hatte, war das eine der schönsten Wanderrouten die wir je gelaufen sind und wir waren in den letzten Jahren viel unterwegs. Was auf dieser kurzen Strecke an Natur geboten wurde war so vielfältig und intensiv. Ich schwelge immer noch in Erinnerungen und bekomme das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Zum ersten mal kamen meine Wanderstöcke, die wir uns vor Jahren mal gekauft hatten, zum Einsatz. Wir dachten immer „naja das ist was für ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind“. Weit gefehlt. Allein die Stöcke machten den Anstieg um so vieles einfacher. Stefan, der geführte Wandertouren veranstaltet, sagte uns, dass er nur mit Stöcken läuft und es bei weitem nichts mit älteren Menschen zu tun hat. Man lernt eben nie aus. Meine Wanderstöcke werden ab sofort ein fester Bestandteil auf unseren nächsten Wanderungen.

Distanz: 7,37km. Dauer: 3 Stunden. Höhenmeter: 422m.

Fotos & Videos wurden mit dem iPhone 14 PRO aufgenommen.

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